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Bayreuther Festspiele – Tannhäuser

Im Filmtheater geniessen Sie auch in der Spielzeit 2019 die Eröffnungsoper der Bayreuther Festspiele auf Grossleinwand. Am 25. Juli übertragen wir ab 18 Uhr die Oper «Tannhäuser» live zeitversetzt.

Erster Akt
Der gefeierte Minnesänger Heinrich von Ofterdingen, genannt Tannhäuser, hat, ohne es zu wissen, die Zuneigung Elisabeths, der Nichte des Landgrafen Hermann, errungen, der auf der Wartburg immer wieder ritterliche Sänger zum Wettstreit versammelt. Doch Tannhäuser ist seit langem verschwunden. Er lebt im Venusberg, von der Göttin der Liebe mit sinnlichen Freuden umgeben. Inzwischen übersättigt davon, sieht er vor seinem inneren Auge die frühere Welt mit ihrer grünen Natur. Immer drängender wird seine Forderung an Venus, ihn ziehen zu lassen. Ihre Bitten, dazubleiben, selbst der Zorn der Göttin, die ihm voraussagt, dass er reuig wiederkommen werde, sind vergebens. Als er die heilige Maria anruft, versinkt der Venusberg. Tannhäuser findet sich nahe einer Mariensäule in einem Tal unweit der Wartburg wieder. Ergriffen lauscht er dem Lied eines Hirtenknaben. Bald naht mit Hörnerklang die Jagdgesellschaft des Landgrafen. Freudig wird Tannhäuser begrüsst. Eingedenk seines langen Fernbleibens, das er nicht erklären darf, will er sich zurückziehen, doch Wolfram von Eschenbach nennt ihm den Namen Elisabeths und verkündet ihm, dass Tannhäuser ihr Herz gewonnen hatte. Daraufhin eilt Tannhäuser begeistert mit den Rittern zur Wartburg.

Zweiter Akt
Seit dem Verschwinden Tannhäusers hat es auf der Wartburg kein Sängerfest gegeben. Nun freut sich Elisabeth auf den Wiedereinzug der Kunst und das Wiedersehen mit dem Geliebten. Tannhäuser tritt ein und wirft sich ihr zu Füssen. Sie kann ihre Liebe nicht länger verbergen, während Wolfram seine eigene Hoffnung, Elisabeth zu gewinnen, resignierend aufgibt. Der Landgraf tritt ein, Ritter und Gefolgsleute versammeln sich. Mit gesetzten Worten erklärt der Landgraf die Bedeutung des Sängerfests, das im Zeichen der Rückkehr Tannhäusers steht. Das Thema des neuerlichen Wettstreits soll das Wesen der Liebe sein. Wolfram von Eschenbach wurde durch das Los bestimmt, als Erster zu singen. Er preist die Liebe in ernsten ruhigen Worten. Als Nächster besingt Walther von der Vogelweide die Liebe als die reinste Tugend. Beiden Sängern antwortet Tannhäuser mit merklichem Hohn; hat er doch bei Venus eine andere Liebe kennengelernt. Biterolfs groben Worten begegnet Tannhäuser mit scharfem Spott. Noch einmal ergreift Wolfram das Wort und sucht die gereizte Stimmung durch ein Preislied auf die hohe himmlische Liebe zu besänftigen. Doch Tannhäuser ist wieder ganz in den Bann der Liebesgöttin geraten und verherrlicht in einem ekstatischen Triumphgesang die sinnliche Liebe. Entsetzt verlassen die Frauen den Saal, nur Elisabeth bleibt wie betäubt in völliger Verstörtheit zurück. Die Ritter dringen mit blanker Waffe auf Tannhäuser ein, da wirft sich Elisabeth zwischen die Streitenden – nur Gott allein habe das Recht, zu strafen. Ihr selbst hat Tannhäuser durch seinen Frevel die tiefste Wunde zugefügt. Sein Unrecht erkennend, fleht Tannhäuser den Himmel um Barmherzigkeit an. Da weist ihm der Landgraf einen Weg zum Heil: Einer Gruppe von Pilgern, die gerade auf dem Weg nach Rom ist, soll er sich anschliessen, um auf der Bussfahrt seine Schuld zu sühnen. Erschüttert stürzt Tannhäuser aus dem Saal.

Dritter Akt
Vor dem Bildnis der heiligen Maria findet Wolfram Elisabeth im Gebet versunken. Der Gesang der aus Rom heimkehrenden Pilger naht. Voll Angst sucht Elisabeth unter ihnen nach dem einen, den sie so sehnsüchtig erwartet. Da sie ihn nicht findet, sinkt sie noch einmal am Marienbild nieder und bittet mit innigen Worten um Tannhäusers Seelenheil. Dann steigt sie, Wolframs Geleit sanft ablehnend, zur Wartburg empor. Während Wolfram wehmütig die Abendstimmung und den Abendstern besingt, schleppt sich ein müder einsamer Pilger herbei. Freudig will Wolfram ihn begrüssen, als er Tannhäuser erkennt. Dieser aber weist ihn mit schmerzlicher Geste zurück. Er berichtet Wolfram von all den Mühen seiner Pilgerfahrt. Mehr als alle anderen hat er sich mit Schmerzen und Entbehrungen beladen, um seine Schuld zu sühnen, doch alles war vergebens: Ihm als Einzigem hat der Papst keine Erlösung gewährt. So wenig, wie der Stab in der Hand des Papstes wieder grüne Blätter tragen könne, werde Tannhäuser der ewigen Verdammnis entgehen. In immer grössere Erregung steigert er sich, ruft laut nach Venus, in deren Reich er für immer zurückkehren will, wie sie ihm prophezeit hat. Und schon scheint sich der Venusberg zu öffnen, lockend erscheint die Göttin der Liebe. Da erprobt Wolfram noch einmal die Kraft des geliebten Namens und ruft Tannhäuser beschwörend den Namen «Elisabeth» zu. Wehklagend versinkt Venus, während von fern Trauergesänge zu Elisabeths Leichenzug ertönen. Ihren Namen auf den Lippen, stirbt Tannhäuser; seine Seele ist gerettet. Junge Pilger bringen die Nachricht eines Wunders aus Rom: Des Papstes dürren Stab hat der Herr mit frischem Grün geschmückt. Die Ritter und Pilger vereinen sich in Andacht zum Gebet.

Personen
Herrmann, Landgraf von Thüringen (Bass)
Tannhäuser (Tenor)
Wolfram von Eschenbach (Bariton)
Walther von der Vogelweide (Tenor)
Biterolf (Bass)
Heinrich der Schreiber (Tenor)
Reinmar von Zweter (Bass)
Elisabeth, Nichte des Landgrafen (Sopran)
Venus (Sopran)
Ein junger Hirt (Sopran)
Vier Edelknaben (Soprane und Alti)

Handlung
Thüringen, Wartburg und Umgebung, im 13. Jahrhundert

© BF Medien GmbH, Festspielhügel 3, 95445 Bayreuth
Info
Regie Tobias Kratzer
Dauer ca. 4 Stunden
Musik Valery Gergiev (Musikalische Leitung), Eberhard Friedrich (Chorleitung)
Genre Oper
Sprache Deutsch
Die Aufzeichnung ist mit deutschen Untertiteln versehen. Die Übertragung der Live-Aufzeichnung der Vorstellung wird zwei Stunden später als die eigentliche Aufführung im Festspielhaus stattfinden. Dadurch verkürzen sich die in Bayreuth einstündigen Pausen der Opernaufführung.

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