Der Sternenhimmel im Dezember 2018

Von den Planeten ist einzig Mars noch am Abendhimmel zu sehen. Dafür kann man am Morgen gleich drei unserer Nachbarn vor Sonnenaufgang erspähen: Dort strahlt die Venus in ihrem grössten Glanz und Jupiter sowie der flinke Merkur leisten ihr ab Monatsmitte Gesellschaft. Mit etwas Glück können wir zudem einen Kometen von blossem Auge am Himmel ausmachen.

Text Marc Horat

Ab Mitte Monat können wir, mit etwas Glück, einen Kometen von blossem Auge am Himmel sehen. «46P/Wirtanen» erreicht am 16. den erdnächsten Punkt seiner Bahn und fliegt in nur etwa 30-fachem Mondabstand an unserem Planeten vorbei. Von dunklen Orten aus wird er eventuell hell genug, um ihn ohne Hilfsmittel in der Nähe des Sternbildes Stier ausfindig zu machen. Die Prognosen sind aber – wie häufig für Kometen – sehr unsicher und es besteht durchaus die Möglichkeit, dass wir Komet Wirtanen, trotz seiner Nähe zu uns, nicht sehen werden. Er war das ursprüngliche Ziel der Rosetta-Mission, aufgrund einer Startverzögerung musste man dann aber auf den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko ausweichen. Kometen bezeichnet man auch als schmutzige Schneebälle, sie bestehen zum grössten Teil aus Eis, in dem Gesteinspartikel eingeschlossen sind. Wenn sie sich der Sonne nähern schmilzt das Eis und gibt diese Staubteilchen frei. Es bildet sich dann der charakteristische Schweif dieser eher seltenen Gäste am Himmel. Falls sich die Voraussagen bestätigen, wird 46P auch in der Weihnachtszeit bis Neujahr noch zu sehen sein.

Der Nachthimmel am 15. Dezember über Luzern (Panorama von Stefan Blaser)
Der Südhorizont am 15. Dezember über Luzern (Panorama von Stefan Blaser)

Nach Sonnenuntergang zeigt sich über dem Südwesthorizont bald einmal der rötliche Planet Mars. Seine Helligkeit ist in den letzten Wochen markant zurückgegangen, er ist aber nach wie vor ein auffälliges Gestirn am Himmel. Spannender wird es am Morgenhimmel. Dort ist bereits vor der Dämmerung der Planet Venus sehr hell über dem Osten zu sehen. Sie erreicht in diesem Monat ihre grösste Helligkeit und ist nicht zu übersehen. Darunter wagt sich auch der Riesenplanet Jupiter allmählich aus der Dämmerung. Ab Mitte Monat findet man ihn ihm Feldstecher und gegen Ende Dezember wird er immer heller. In diesem Monat bietet sich auch die seltene Gelegenheit den flinken Merkur zu sehen: Vom 10. bis 18. Dezember geht er bereits etwa eine Stunde vor der Sonne auf und begegnet dann am 21. und 22. dem helleren Jupiter in der Dämmerung.

Ein beschriftete Darstellung des Sternbildes Orion. Der bekannte Orion-Nebel liegt in der Sterngruppe unterhalb der drei markanten Gürtelsterne des Himmeljägers. (Credit: Stephan Brunker)
Ein beschriftete Darstellung des Sternbildes Orion. Der bekannte Orion-Nebel liegt in der Sterngruppe unterhalb der drei markanten Gürtelsterne des Himmeljägers. (Credit: Stephan Brunker)

Das markanteste Sternbild des Winterhimmels ist der Himmelsjäger Orion. Nach dem Eindunkeln geht die Konstellation bald über dem Osthorizont auf. Leicht zu erkennen ist Orion an vier hellen Sternen, die ein Trapez bilden, sowie drei weiteren, die mittig davon in einer Linie nahe beieinander stehen. Diese weisen den Weg zum hellsten Stern am Nachthimmel, Sirius, im Sternbild «Grosser Hund». Es symbolisiert den Gürtel des Jägers. Daran hängt sein Schwert nach unten, repräsentiert durch eine eher schwächere Sterngruppe. Dort findet sich der bekannte Orionnebel, eine riesige Gaswolke, in der neue Sterne entstehen. An dunklen Orten kann man ihn bereits als nebliges Fleckchen ohne Hilfsmittel ausmachen, schöner zeigt er sich dann im Feldsteher oder im kleinen Fernrohr.

Sternenkarte Dezember 2018
Sternenkarte Dezember 2018

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