Der Sternenhimmel im Januar 2019

Der Mars ist weiterhin am Abendhimmel auszumachen. Am Morgen sind zwei Planeten vor Sonnenaufgang zu erspähen: Zur hellen Venus gesellt sich der Riesenplanet Jupiter. Am 21. Januar ist in der zweiten Nachthälfte eine totale Mondfinsternis zu beobachten, eines der astronomischen Highlights des Jahres.

Text Marc Horat

Noch immer zeigt sich der Mars nach Sonnenuntergang über dem Südwesthorizont. Damit bleibt er nach wie vor der einzige Planet, welcher während der ersten Nachthälfte sichtbar ist. Am Morgenhimmel wird die Venus weiterhin ihrer Rolle als «Morgenstern» gerecht und ist sehr auffällig über dem Osthimmel vor Sonnenaufgang zu sehen. Jupiter leistet ihr inzwischen länger Gesellschaft und der Planetenriese gewinnt dabei immer mehr an Helligkeit, kommt aber bei Weitem nicht an den strahlenden Glanz der Venus an. Am letzten Tag des Monats steht zudem die schmale Mondsichel zwischen diesen beiden Planeten, was ein schönes Bild kurz vor Sonnenaufgang ergeben wird.

Doppel- bis Sechsfachsterne
Der abendliche Winterhimmel bietet neben den Planeten auch besonders viele helle Sterne. Sechs davon bilden das so genannte Wintersechseck. Sie gehören aber eigentlich zu anderen Sternbildern: Rigel ist einer der Hauptsterne des Orion, Aldebaran ist das Auge des Stiers, Capella ist das Zicklein des Fuhrmanns, Pollux der hellste Stern der Zwillinge, Procyon gehört zum kleinen und Sirius zum grossen Hund. Interessanterweise sind vier von diesen sechs Sternen Mehrfach-Sternsysteme, also mehrere Sonnen, die sich gegenseitig umkreisen. Capella, Procyon und Sirius sind Doppelsterne, Rigel sogar ein Dreifachstern. Nach Schätzungen sind 60-70% der Sterne unserer Milchstrasse Mehrfachsysteme. Am Himmel nahe nebeneinanderstehende Sterne sind aber in den seltensten Fällen echte Doppelsterne. Sie liegen von der Erde aus gesehen in der gleichen Sichtlinie, sind aber unterschiedlich weit von uns entfernt. Einen Spezialfall bildet der mittlere Stern der Deichsel des grossen Wagens. Bei halbwegs dunklem Himmel kann man gleich daneben einen zweiten, schwächeren Stern ausmachen. Hier ist man sich noch nicht ganz sicher, ob diese beiden tatsächlich ein echtes oder nur ein optisches Doppelsternsystem bilden. Genauere Messungen zeigten aber, dass es sich beim helleren Stern Mizar eigentlich um ein Vierfach-Sternsystem handelt, während der schwächere Begleiter Alcor selbst eigentlich ein echtes Doppelsternsystem ist. Falls die beiden Hauptsterne also tatsächlich auch zusammengehören, hätten wir es hier sogar mit einem Sechsfach-System zu tun.

Seltenes Himmelsereignis
In den frühen Morgenstunden des 21. Januars kann man von der Schweiz aus eine totale Mondfinsternis beobachten. Bei totalen Finsternissen tritt unser Mond gänzlich in den Schatten ein, welcher die Erde ins Weltall hinaus wirft. Während bei der letzten totalen Mondfinsternis im vergangenen Juli der Mond komplett verfinstert aufging und sich dann langsam wieder aus dem Schatten schob, können wir nun den umgekehrten Fall beobachten: Der Mond wird gegen halb vier Uhr morgens über dem Westhorizont in den Schatten der Erde eintreten und sich dabei immer rötlicher verfärben. Die rote Farbe rührt daher, dass die Erdatmosphäre nur den roten Anteil des Sonnenlichts hindurchlässt und dieses auf den Mond ablenkt, ähnlich wie eine Linse. Komplett verfinstert wird der Mond dann um 5:40 Uhr. Das Ende dieser totalen Phase kann dann nur noch bei tiefem Westhorizont gesehen werden und der verfinsterte Mond geht bald darauf unter. Die nächste totale Mondfinsternis ist von der Schweiz aus erst wieder am 16. Mai 2022 zu beobachten.

Der Mond am 21. Januar über Luzern (Panorama von Stefan Blaser)
Der Mond am 21. Januar über Luzern (Panorama von Stefan Blaser)

Astronomische Highlights im neuen Jahr
Ab dem 12. Januar zeigt das Planetarium jeweils an den Wochenenden eine exklusive Vorschau auf das Himmelsjahr 2019. In einer 90-minütigen Show wird mit den einzigartigen Möglichkeiten des Grossplanetariums auf das vergangene Jahr zurückgeblickt und neben Finsternissen und Planetensichtbarkeiten auch wichtige Ereignisse aus der Raumfahrt im kommenden Jahr gezeigt, so zum Beispiel das 50-Jahr Jubiläum der ersten Mondlandung im Juli.

Sternenkarte Januar 2019
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