Der Sternenhimmel im Juni 2019

Die Nächte im Juni werden vom Planetenriesen Jupiter dominiert. Aber auch die anderen vier von blossem Auge sichtbaren «Wandelsterne» kann man in diesem Monat am Himmel finden. Am 21. zieht die Sonne den längsten Tagbogen des Jahres über das Firmament, danach werden die Tage bereits wieder kürzer und die Nächte länger. Und wir können nun nach dem Eindunkeln schon einige auffällige Sommersternbilder ausmachen.

Text Marc Horat

Jupiter ist der Gigant unseres Sonnensystems und ein Ort der Extreme. Mehr als doppelt so schwer wie alle anderen Planeten zusammen, könnte man die die Erde mehr als 1’300-mal in ihm unterbringen. Gleichzeitig dreht er sich in weniger als 10 Stunden einmal um seine Achse und weist damit die kürzeste Rotationsdauer aller Planeten auf. Als Resultat davon ist Jupiter keine perfekte Kugel, sondern an seinem Äquator fast 5'000 Kilometer breiter als an den Polen. Er besitzt keine feste Oberfläche, sondern ist ein Gasplanet. Seine auffälligen Wolkenbänder reichen tief in seine Atmosphäre, es herrscht ein immer höherer Druck, je näher man dem Zentrum kommt. Bereits in einem kleinen Fernrohr lässt sich der grösste Wirbelsturm im Sonnensystem beobachten: Jupiters grosser roter Fleck, in dem man die Erde etwa zwei Mal unterbringen könnte. Beobachtet wurde er erstmals vor mehr als 400 Jahren durch Galileo Galilei. Über die letzten paar Jahre scheint das Sturmtief aber kleiner zu werden, über die letzten Wochen sind gar seltsame «Ausbrüche» zu beobachten, so dass einzelne Forscher sogar vermuten, dass sich der Sturm langsam auflöst. Im Juni kann man den Planetenriesen besonders gut beobachten, von der Sonne aus gesehen wandert er direkt hinter der Erde hindurch und er kommt damit unserem Planeten am nächsten. Demzufolge sehen wir Jupiter bereits nach Sonnenuntergang im Osten aufgehen und er steht die ganze Nacht als helles Gestirn über dem Südhimmel. In der Nacht des 16. auf den 17. Juni steht der zunehmende Mond direkt neben ihm am Himmel.

Jupiter, der grösste Planet in unserem Sonnensystem.
Jupiter, der grösste Planet in unserem Sonnensystem.

Merkur, Venus und Mars
Fast zwanzig Monate lang war der rote Planet Mars am Nachthimmel zu finden. Nun verliert er sich in der Abenddämmerung und ist nur noch mit einem Feldstecher zu finden. Ab dem 5. bis etwa zum 20. Juni wird dafür der flinke Merkur tief im Westen zu finden sein und Mars überstrahlen. Mit seiner Hilfe findet man auch den roten Planeten einfacher, am 18. stehen die beiden Planeten ganz nahe beisammen, aber nur noch knapp über dem Horizont. Auch die Venus kann am Morgen vor Sonnenaufgang nur noch schwierig gefunden werden. Sie wird in den nächsten Wochen hinter der Sonne vorbeiziehen und damit unsichtbar bleiben, bevor sie dann im Spätsommer im Spätsommer wieder am Abendhimmel erscheint. Etwa zwei Stunden nach Jupiter geht der Ringplanet Saturn auf, welcher auf seine beste Sichtbarkeitsperiode im nächsten Monat zusteuert und in der zweiten Nachthälfte links neben Jupiter markant am Himmel steht.

Sommersternbilder
Nach Sonnenuntergang können wir über dem Osthorizont die typischen Sommersternbilder Schwan, Adler und Leier ausmachen. Die drei hellen Hauptsterne dieser Konstellationen bilden das so genannte Sommerdreieck, welches in der warmen Jahreszeit jeweils hoch am Nachthimmel steht. Deneb, der hellste Stern im Schwan ist einer der leuchtkräftigsten Sterne überhaupt, aber auch mehr als eintausend Mal so weit entfernt wie die scheinbar gleich helle Vega in der Leier. Dies zeigt, dass helle Sterne am Nachthimmel nicht zwingend besonders gross sein müssen – ihre Entfernung zu uns spielt eine wesentliche Rolle. Wenn Vega in der gleichen Distanz wie Deneb stehen würde, könnte man sie auch mit den besten Teleskopen kaum mehr finden. Die dritte Ecke des im Sommerdreieck, Altair im Adler, steht uns sogar noch näher als Vega und ist entsprechend auch ein eher leuchtschwacher, dafür naher Stern.

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