Der Sternenhimmel im März 2019

Im März lohnt es sich, vor Sonnenaufgang nach Südosten zu blicken. Dort kann man gleich drei helle Planeten sehen. Mars ist nach wie vor am Abendhimmel zu sehen. Nach Sonnenuntergang sieht man sogar den flinken Planeten Merkur. Vor ein Rätsel stellt uns in diesem Monat der Mond: Der erste Vollmond im Frühling bestimmt jeweils das Osterdatum – dieses ist 2019 aber einen Monat zu spät...

Text Marc Horat

Nach Sonnenuntergang bietet zeigt sich ein vertrauter Anblick über dem Südwesthorizont. Der rötlich scheinende Planet Mars steht auch mehr als ein halbes Jahr nach seiner besten Sichtbarkeit immer noch am Himmel, wenn auch deutlich schwächer als noch im letzten Sommer. In den ersten März-Tagen hat man zudem noch die seltene Gelegenheit, den innersten Planeten Merkur in der Dämmerung im Westen auszumachen. Er ist schnell unterwegs auf seiner Umlaufbahn und wird schon bald zu nahe bei der Sonne stehen und von ihr überstrahlt.

Jupiter, Saturn und Venus
Ein prächtiges Bild bietet sich hingegen vor Sonnenaufgang: Gleich drei helle Planeten sind am Morgenhimmel zu sehen. Schon in der zweiten Nachthälfte schwingt sich der Riesenplanet Jupiter über den Südosthorizont. Etwa eine Stunde später gesellt sich der Planet Saturn zu ihm, der inzwischen markant heller geworden ist. Schon im Feldstecher kann man eine ovale statt runde Form erahnen – bedingt durch seine auffälligen Ringe, die sich im kleinen Fernrohr bereits imposant zeigen. Kurz vor Sonnenaufgang sehen wir den Morgen’stern’ Venus noch auffällig, wenn auch nahe am Horizont. Sie wird im Laufe des Monats immer schwächer und entfernt sich auf ihrer Umlaufbahn rapide von der Erde.

Der Südosthorizont am 15. März um Mitternacht über Luzern (Panorama von Stefan Blaser)
Der Südosthorizont am 15. März um Mitternacht über Luzern (Panorama von Stefan Blaser)

Schon bald Sommer
Die Sternbilder kündigen nun bereits prominent den Frühling an. Der grosse Wagen steht um Mitternacht hoch am Himmel. Von dort aus steht in Richtung Süden das schöne Sternbild des Löwen mit seinem hellen Hauptstern Regulus. Weiter Richtung Osten steht dann die Jungfrau mit der auffälligen Spica als markanteste Sonne. Gegen Morgen sehen wir knapp über dem Südosthorizont den Skorpion mit dem hellen rötlichen Stern Antares, der bereits wieder den Sommer ankündigt. Auch das Sommerdreieck, gebildet aus den drei hellen Sternen Deneb im Schwan, Vega in der Leier und Altair im Adler ist in der zweiten Nachthälfte wieder am Himmel zu finden.

Fasnacht und Ostern
Am Anfang des Monats waren wir bereits mitten in der Fasnachtszeit. Deren Zeitpunkt hat einen starken Bezug zur Astronomie. Sie hängt nämlich vom Osterdatum ab, welches wiederum durch den Zeitpunkt des ersten Frühlingsvollmondes festgelegt wird. Da sich dieses aber bedingt durch die Umlaufszeit des Mondes Jahr für Jahr ändert, verschiebt sich auch jeweils der Fasnachtsbeginn. Frühlingsbeginn ist von der Kirche auf den 21. März festgelegt. 2019 ist nun ein Spezialfall: Just an jenem Tag ist auch astronomisch gesehen Vollmond. Folglich müsste dann bereits am darauf folgenden Sonntag, dem 24. März Ostern sein. Tatsächlich ist das Osterdatum 2019 aber am 21. April. Woher kommt diese Diskrepanz? Dazu muss man wissen, dass als Grundlage für die Berechnung nicht die tatsächlich beobachtete Mondphase dient, sondern eine mathematische Formel. Die Form der Mondbahn um die Erde ist aber kein perfekter Kreis, so dass sich die Dauer von Vollmond zu Vollmond jeweils ändert. Für die Berechnung mit der Formel wurde aber die mittlere Dauer zu Hilfe genommen, welche dann aber real um jeweils einen Tag von der tatsächlichen Phase abweichen kann. Genau eine solche Abweichung führt nun 2019 zu einem so genannten Osterparadoxon – wo das astronomisch festgelegte Osterdatum nicht mit dem kirchlichen übereinstimmt. Astronomisch gesehen fällt zudem die Tagundnachtgleiche, also wenn Tag und Nacht effektiv gleich lange dauern, 2019 auf den 20. März – diese Abweichung hat nun mit der realen Umlaufbahn des Erde-Mond Systems um die Sonne zu tun sowie mit der Verschiebung, die auch die Einführung von Schaltjahren nötig macht: Ein kompletter Sonnenumlauf ist etwa sechs Stunden länger als 365 Tage. Daher muss man alle vier Jahre einen zusätzlichen Korrekturtag einführen und entsprechend verschiebt sich dazwischen auch die Tagundnachtgleiche im Kalender.

Sternenkarte März 2019
Sternenkarte März 2019

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