Der Sternenhimmel im November 2018

Während Mars und Saturn die Zeit ihrer besten Sichtbarkeit nun hinter sich haben, zeigt sich die Venus im Laufe des Monats immer auffälliger vor Sonnenaufgang. Dabei kann man im Feldstecher ihre sich langsam wandelnde Gestalt von Tag zu Tag mitverfolgen. Allmählich stehen die typischen Wintersternbilder die ganze Nacht am Himmel und es kann der schöne Sternhaufen der Plejaden hoch am Firmament gefunden werden.

Text Marc Horat

Nach dem Sonnenuntergang können wir zu Monatsbeginn noch zwei Planeten über dem Südhorizont ausmachen. Der Ringplanet Saturn, wandert aber im Laufe des Monats immer näher zur Sonne hin und verliert sich ab Monatsmitte dann langsam in der Dämmerung. Am 11. November kommt es zu einer hübschen Begegnung zwischen der zunehmenden Mondsichel und dem Saturn. Voraussetzung zur Beobachtung ist aber ein tiefer Westhorizont.

Nachthimmel über Luzern (Panorama von Stefan Blaser)
Der Nachthimmel am 15. November über Luzern (Panorama von Stefan Blaser)

Den rötlichen Mars sehen wir den ganzen Monat über bis kurz nach Mitternacht. Er steigt zwar höher am Himmel, entfernt sich aber gleichzeitig immer weiter von der Erde, so dass seine Helligkeit immer weiter abnimmt. Am 26. November soll die Sonde «InSight» der amerikanischen Raumfahrtagentur NASA auf dem roten Planeten landen. Mit an Bord ist auch ein Gerät, welches an der ETH Zürich mitentwickelt wurde und das Marsbeben messen wird.

Vor Sonnenaufgang wir die Venus nun immer besser sichtbar, sie ist nun also «Morgenstern» nachdem sie in der ersten Jahreshälfte jeweils prominent am Abendhimmel zu finden war. Im Feldstecher sieht man am Anfang des Monats nur eine ganz schmale Sichel. Wie unser Mond hat auch die Venus Phasen, die man beobachten kann. Dies rührt daher, dass ihre Umlaufbahn um die Sonne innerhalb derer der Erde liegt. So können wir auch von schräg hinten auf den Planeten blicken und sehen nur einen ganz kleinen Teil seiner beleuchteten Seite – was sich uns eben als Sichelform zeigt. Venus entfernt sich am Morgenhimmel denn immer weiter von der Sonne und wir können im Feldstecher verfolgen, wie wir einen immer grösseren Teil der beleuchteten Seite sehen. Venus überholt uns quasi auf der Innenbahn. Entsprechend nimmt auch ihre Helligkeit immer weiter zu, so dass sie gegen Ende Monat bereits sehr auffällig ab etwa 4.30 Uhr am Morgenhimmel im Osten zu finden ist.

Ein Bild des Sternhaufens Plejaden, wo auch der Nebel sichtbar ist, in welchen die Sterne eingebettet sind. Dieser wird erst durch fotografische Aufnahmen überhaupt sichtbar.
Ein Bild des Sternhaufens Plejaden (NASA, ESA, AURA/Caltech, Palomar Observatory. The science team consists of: D. Soderblom and E. Nelan (STScI), F. Benedict and B. Arthur (U. Texas), and B. Jones (Lick Obs.))

Die typischen Wintersternbilder schwingen sich im Laufe des Monats immer höher in den Himmel. Im Südosten geht schon vor Mitternacht die markante Konstellation des Orion auf. Etwas später folgt ihm dann der Hundsstern Sirius, der hellste Stern am ganzen nächtlichen Firmament. Rechts oberhalb des Orion findet sich der rötliche Stern Aldebaran. Der Hauptstern des Stieres symbolisiert das rote Auge des Tieres, welches sich im ewigen Kampf mit dem Jäger Orion befindet. Etwas weiter westlich fällt bei dunklem Beobachtungsort eine kleine Gruppe von Sternen auf. Es handelt sich hierbei um den Sternhaufen der Plejaden, welcher auch als Siebengestirn bezeichnet wird. Diese lockere Ansammlung an jungen, heissen Sternen bietet im Feldstecher ein sehr schönes Bild, damit zeigen sich noch viele weitere Mitglieder dieser Gruppe.

Sternenkarte November 2018
Sternenkarte November 2018

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