Der Sternenhimmel im Oktober 2018

Von den auffälligen Planeten der letzten Monate sind im Oktober einzig der Mars und der Saturn noch gut zu sehen. Jetzt im Herbst bietet es sich daher an, am Himmel einen Ausflug in die griechische Mythologie zu machen und einige Protagonisten der Sage um den Helden Perseus am Firmament zu suchen.

Text Marc Horat

Der «rote Planet» Mars ist nach dem Sonnenuntergang nach wie vor ein markantes Objekt über dem Südhorizont und dies, obwohl sich seine Helligkeit im Laufe des Monats praktisch halbiert. Seine Entfernung zur Erde vergrössert sich jeden Tag um mehr als eine Million Kilometer. Ende Monat ist er dann doppelt so weit von uns entfernt, wie Ende Juli, zu seiner besten Sichtbarkeit. Der Mars geht jeweils um Mitternacht unter. Am 18. Oktober kommt es zu einer schönen Begegnung mit dem zunehmenden Mond, der etwas nördlich an ihm vorbeizieht.

Nachthimmel über Luzern (Panorama von Stefan Blaser)
Nachthimmel über Luzern (Panorama: Stefan Blaser)

In der ersten Nachhälfte ist als zweiter Planet Saturn über dem Südwest-Horizont zu finden. Seine Position am Himmel verschiebt sich immer weiter in Richtung Sonne, so dass er gegen Ende Monat bereits um 20 Uhr untergeht. Es bietet sich also in den kommenden Wochen noch einmal die Gelegenheit, sein beeindruckendes Ringsystem mit Hilfe eines kleinen Fernrohres auszumachen. Bereits im Feldstecher fällt auf, dass das Planetenscheibchen eher eine ovale als eine runde Form hat. In ihrer ganzen Pracht zeigen sich die Ringe aber erst in grösseren Teleskopen.

Eine Möglichkeit dazu haben interessierte Besucherinnen und Besucher zum Beispiel in der Sternwarte Hubelmatt in Luzern, welche jeden Dienstagabend ab 20 Uhr öffentliche und kostenlose Himmelsführungen anbietet.

Im Herbst schwingen sich die bekannten Tierkreissternbilder wieder etwas höher über den Horizont als in den vorangegangenen Sommermonaten. Nach dem Eindunkeln sehen wir über dem Osthorizont die Fische sowie den Widder und im Südosten den Wassermann. Gegen Mitternacht geht dann der Stier mit seinem auffällig rötlichen Hauptstern Aldebaran auf, welcher das rote Auge des Tieres symbolisiert. Im Verlaufe der zweiten Nachhälfte können wir dann die Zwillinge und schliesslich vor Sonnenaufgang noch den Löwen jeweils im Osten ausmachen. Nach Mitternacht ist auch das dominierende Sternbild des Winters, der Jäger Orion, über dem Südosten bereits wieder zu sehen. Die typischen Herbststernbilder sind aber Pegasus und Andromeda, welche uns die ganze Nacht über begleiten. Die vier Hauptsterne des geflügelten Pferdes bilden ein markantes Viereck, welches daher auch als Herbstviereck bezeichnet wird und hoch oben am Himmel steht. Die beiden Figuren haben ihren Ursprung in der griechischen Mythologie wie die meisten Sternbilder des nördlichen Himmels. Konkret stammen sie aus der Sage um den Helden Perseus, welcher die schöne Prinzessin Andromeda vor einem Seeungeheuer rettete. Dieses ist als Sternbild Walfisch ebenso am Himmel verewigt, wie auch Andromedas Eltern Kassiopeia und Kepheus und natürlich der Held Perseus selbst.

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Im Sternbild Andromeda findet sich das am weitest entfernte Objekt, dass wir an dunklen Orten noch von blossem Auge sehen können: Die Andromeda-Galaxie. Hierbei handelt es sich um ein weit entferntes, riesiges Sternensystem mit mehreren hundert Milliarden Sonnen in etwa zwanzig Trillionen Kilometern (oder 2 Millionen Lichtjahren) Entfernung. Unsere eigene Milchstrasse, die Heimat unserer eigenen Sonne und aller sichtbaren Sterne am Himmel, ist für uns nur als schwaches Band am Himmel zu sehen. Von aussen betrachtet würde sie der Andromeda-Galaxie aber sehr ähnlich sehen.

Die Andromeda-Galaxie (Bild: Adam Evans)
Die Andromeda-Galaxie (Bild: Adam Evans)
Sternenkarte Oktober 2018
Sternenkarte Oktober 2018

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