Forschungssatellit EURECA

Der bereits weitgereiste Forschungssatellit Eureca wurde aus der Raumfahrtausstellung im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern genommen und auf einen Sattelschlepper verladen, um sich nochmals auf ein Abenteuer zu begeben. Er wird bei der Empa in Dübendorf wissenschaftlich untersucht. Danach wird er in der neuen Raumfahrtausstellung des Verkehrshauses, die im November eröffnet wird, einen prominenten Platz erhalten.

Die aufregende Reise von Eureca (European Retrievable Carrier) fing am 31. Juli 1992 mit dem Start ins All im Bauch des Space Shuttles «Atlantis» an. Der Satellit wurde mit dem Ziel gebaut, mehr über die Einflüsse einer sehr geringen Erdanziehung, der sogenannten Mikrogravität, zu erfahren. Um den Abfall im Weltall und die Baukosten zur verringern, setzte die ESA auf einen wiederverwendbaren Satelliten.

Mit Claude Nicollier im All
Mit an Bord des Space Shuttles befand sich der Schweizer Astronaut Claude Nicollier, der zuständig für das Aussetzen der delikaten Fracht war. Ausgerüstet mit rund 70 verschiedene Experimenten, umkreiste Eureca fast ein Jahr lang (von Juli 1992 bis Juni 1993) die Erde mit einer Geschwindigkeit von 28'000 km/h und machte dabei wissenschaftliche Messungen. Mit Eureca wurden zum Beispiel wichtige Erkenntnisse über den Einfluss des Weltraumes auf Materialien und Organismen gewonnen sowie neue Weltraumtechnologien getestet. Der Space Shuttle «Endeavour» fing den Satelliten wieder ein. Eureca ist damit das ganz seltene Beispiel eines unbemannten Raumfahrzeugs, das intakt auf die Erde zurückgekehrt ist.

Schenkung ans Verkehrshaus
Zurück in Bremen, wo der Satellit hergestellt worden war, sollte er für die zweite von insgesamt fünf geplanten Missionen bereitgemacht werden. Aus Kostengründen kamen diese Flüge nicht zustande und Eureca wurde stillgelegt. Im November 2000 wurde Eureca an der Decke der Halle Luft- und Raumfahrt aufgehängt.

Röntgen an der Empa
Der Satellit hat das Verkehrshaus verlassen, um an der Empa (Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt) in Dübendorf geröntgt zu werden. Die Empa nützt die einmalige Gelegenheit, einen Satelliten, der bereits im Weltall war, zu untersuchen. Die Materialien, aus denen Eureca besteht, waren im Weltraum extremen Bedingungen ausgesetzt: starke Temperaturschwankungen, kosmische Strahlung, herumfliegende Kleinstpartikeln und Mikrogravität. Die spezielle Röntgenanlage der Empa nutzt Strahlung mit sehr hoher Energie und erzeugt damit besonders detailreiche Analysen. Nur an der Empa ist es möglich, den mannshohen, drei Tonnen schweren, vier Meter breiten und drei Meter langen Satelliten als Ganzes zu durchleuchten und sein Inneres zu erforschen.

Technische Daten
Original   Forschungsplattform EURECA
Baujahr   1992
LxBxH   600 x 1996 x 360 cm
Gewicht   3500 kg