Es ist ein Himmelsereignis, das man nicht so schnell vergisst - eine Sonnenfinsternis!
Der Mond bewegt sich vor die Sonne und am Himmel wird es plötzlich dämmrig. Für wenige Minuten wirkt es, als würde mitten am Tag die Nacht hereinbrechen. Die Natur verstummt und es kehrt nächtliche Stille ein. Doch dieses Spektakel ist so selten, dass viele Menschen es nie erleben.
Woran liegt das und was passiert bei einer Sonnenfinsternis?
Unser Mond wandert auf einer Bahn um die Erde in 27,3 Tagen. Auf seiner Wanderung können wir die verschiedenen Phasen des Mondes beobachten.
Durch die gleichzeitige Bewegung der Erde um die Sonne dauert jedoch ein vollständiger Zyklus der Mondphasen etwa 29,5 Tage. Die Phasen entstehen, weil wir von der Erde aus unterschiedlich viel der von der Sonne beleuchteten Mondoberfläche sehen.
Beim Neumond ist die beleuchtete Seite von der Erde abgewandt, beim Vollmond sehen wir sie vollständig. Dazwischen liegen die zunehmenden und abnehmenden Sichel- und Halbmondphasen.
Wenn der Mond in der Phase des Neumondes mit Erde und Sonne auf einer Linie steht, so bedeckt er die Sonne und sein Schatten fällt auf die Erdoberfläche.
Im Mondschatten erleben wir so eine Sonnenfinsternis.
Doch wieso ist nicht bei jedem Neumond eine Sonnenfinsternis?
Während der Mond die Erde umkreist, bewegt sich die Erde gleichzeitig innerhalb eines Jahres um die Sonne. Die Umlaufbahn des Mondes ist gegenüber der der Erde um etwa 5° geneigt, sodass es nur zwei Punkte gibt, an denen Erde, Mond und Sonne diese ausgerichtete Position zueinander einnehmen - die Schnittpunkte dieser Ebenen.
Der Mond muss also in der Phase des Neumondes an einem der zwei Knoten sein, sodass er einen Schatten auf die Erde wirft. Der Schatten selbst bedeckt nicht die ganze Erdkugel. Er zieht eine Bahn über die Erdoberfläche, den Pfad der Totalität.
Wenn der Mond also nicht exakt an den zwei Knoten steht oder man sich auf der Erde an einem unpassenden Ort ausserhalb des Pfades der Totalität befindet, erlebt man im besten Fall nur eine partielle Sonnenfinsternis.
Ein weiterer Faktor ist der Mond selbst, denn er ist auf seiner Bahn um die Erde nicht immer gleich weit von uns entfernt. Die Bahn ist nämlich eine Ellipse und so befindet sich unser Trabant manchmal näher und manchmal weiter weg.
Befindet sich der Mond während einer Sonnenfinsternis nahe seinem Apogäum, dem erdfernsten Punkt seiner Bahn, erscheint er am Himmel etwas kleiner, kann nicht die gesamte Sonne abdecken und ein heller Leuchtring der Sonne bleibt um den Schatten des Mondes herum zu sehen. Dies nennt man eine annulare, eine ringförmige Sonnenfinsternis. (Bild von Spaceaero2, CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons)
Es sind also einige Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, sodass eine totale Sonnenfinsternis zu sehen ist. Aufgrund dessen ist dieses Himmelspektakel nur selten zu beobachten.
Die letzte totale Sonnenfinsternis war von der Schweiz aus vor über 300 Jahren am 22. Mai 1724 zu sehen. Wer die nächste erleben möchte, muss sich bis zum 3. September 2081 gedulden. Ein echtes Jahrhundertereignis.
Die partielle Sonnenfinsternis am 12. August 2026 wird aber aufgrund des hohen Bedeckungsgrades ebenfalls sehr eindrücklich
und vergleichbar mit dem Ereignis in 1999!
Im Verkehrshaus könnt ihr bei jedem Wetter dieses Spektakel erleben. Weitere Informationen findet ihr hier.
Autorin
Dorothea Holzschuh
Teamleiterin Planetarium