Nachdem die Apollo 17 Mission im Jahr 1972 den Mond verliess, sollte es beinahe 54 Jahre dauern, bis die Menschheit zu unserem Trabanten zurückkehrt. Doch nun ist es soweit!
„Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit!“
Mit diesen Worten betrat Neil Armstrong 1969 als erster Mensch den Mond. Ihm folgten in den darauffolgenden Jahren weitere elf Männer. Doch nachdem die Apollo 17 Mission im Jahr 1972 den Mond verliess, sollte es beinahe 54 Jahre dauern, bis die Menschheit zu unserem Trabanten zurückkehrt.
Wir schreiben den 1. April 2026. Reid Wiseman, Victor Glover, Christina Koch und Jeremy Hansen sitzen wenige Stunden vor Start in der Orion-Kapsel bereit. An jenem Abend starten sie mit der SLS-Rakete vom Kennedy Space Center in Florida von der selben Startrampe, von der auch die Apollo-Astronauten damals starteten.
Ihre Mission ist geschichtsträchtig. Mithilfe der Gravitationskräfte von Erde und Mond - dem Prinzip der sogenannten Freien Rückkehrbahn, mit der die Apollo 13 Mission damals 1970 sich zur Erde retten konnte - verlassen sie die Erde, schlagen mit minimalem Triebwerkeinsatz eine Bahn zum Mond ein, umrunden diesen und kehren grösstenteils durch die Anziehungskraft der Erde wieder zu dieser zurück.
Von 6. auf 7. April 2026 umrundeten die Astronauten und Astronautin mit einer minimalen Distanz von rund 6545 km den Mond umrundet. Dabei haben sie sich soweit wie noch nie jemand zuvor von der Erde entfernt (maximal 406'771 km) und auf der Mondoberfläche Strukturen beobachten können, die nie zuvor von Menschen gesehen wurden.
Zwei neu entdeckte Krater wurden von ihnen getauft: Integrity nach dem Namen der Orion-Kapsel und Carroll nach der kürzlich verstorbenen Frau von Reid Wiseman. Auch haben sie sechs Einschläge von Meteoriten auf die Mondoberfläche beobachtet und die unterschiedlichen Farben der Krater und Mondgesteinen genauestens beschrieben, damit wir die Entwicklung und Veränderungen des Mondäusseren besser verstehen können.
Nachdem sie ihre wissenschaftlichen Beobachtungsaufgaben beendet haben, setzten sie mit einer Bahnkorrektur durch die Triebwerke wieder Kurs auf den Planet Erde und kamen dort am 10.04.2026 an. 37 Minuten vor dem sogenannten Splashdown, also der Rückkehr und dem Aufsetzen im Pazifischen Ozean vor der Küste San Diegos, koppelte sich die Kapsel vom Europäischen Servicemodul, das sie auf ihrer Reise begleitet hat, ab und begab sich auf Sinkkurs Richtung Erdoberfläche.
Um das Hitzeschild nicht so wie bei Artemis I zu belasten, wurde nun ein direkterer Eintritt in die Atmosphäre gewählt, sodass statt 20 Minuten, nur noch 13.5 Minuten unglaubliche Temperaturen von über 2200°C auf das Schild wirkten. Zwei Runden an Fallschirmen bremsten die einige tausend Stundenkilometer schnelle Kapsel auf 30 km/h herab und mit beinahe 4 G Belastung auf ihre Körper trafen die Astronaut:innen auf die Wasseroberfläche und wurden von dort mit Schlauchbooten und Hubschraubern geborgen.
Die Artemis II Mission war ein historischer Erfolg und wegbereitend für die Zukunft! Für die kommenden Jahre sind weitere drei Artemis Missionen geplant, wobei mit Artemis IV die Menschheit frühestens 2028 wieder ihren Fuss auf die Mondoberfläche setzen wird.
Autorin
Dorothea Holzschuh
Teamleiterin Planetarium